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Google Ads für Schweizer KMU: Abrechnung, MWST und Zahlungsprofil einrichten
Google Ads erfordert nicht nur Werbebudget, sondern auch administrative Arbeiten: Sie müssen monatliche Belege finden, die MWST korrekt verbuchen und ein Zahlungsprofil einrichten.
Einleitung: Abrechnung, MWST und Zahlungsprofil – die administrative Seite von Google Ads
Google Ads erfordert nicht nur Werbebudget, sondern auch administrative Arbeiten: Sie müssen monatliche Belege finden, die MWST korrekt verbuchen und ein Zahlungsprofil einrichten. Fehler führen zu Nachzahlungen oder steuerlichen Risiken.
Google Ads Rechnung und Kontoauszug: Wo finde ich die Belege?
Die monatlichen Dokumente finden Sie im Google Ads Dashboard unter Abrechnung > Dokumente. In der Schweiz stellt Google nur einen Kontoauszug (Statement) zur Verfügung, keine Rechnung wie in Deutschland oder Österreich.
Die Belege stehen am 5. Arbeitstag des Folgemonats bereit. Fehlt ein Auszug, waren im betreffenden Monat keine Werbekosten angefallen – dann gibt es kein Dokument.
Ablauf der Google Ads Abrechnung im Monat
- MonatsendeWerbeaktivität endet
- Arbeitstag des FolgemonatsKontoauszug steht zur Verfügung
- Bis zum Ende des MonatsZahlungsprofil prüfen und ggf. anpassen
MWST bei Google Ads: Warum keine Schweizer MWST ausgewiesen wird und wie die Bezugssteuer funktioniert
Google Ireland Limited ist nicht im Schweizer MWST-Register eingetragen, daher weisen Kontoauszüge keine Schweizer MWST aus. Stattdessen gilt Reverse-Charge: Sie schulden dem Bund 8,1 % Bezugssteuer auf den Nettobetrag.
Hinterlegen Sie Ihre UID (CHE-XXX.XXX.XXX MWST) im Werbekonto. Dann erhalten Sie die Auszüge ohne MWST-Ausweis. Die Bezugssteuer deklarieren Sie in Ziffer 380 der MWST-Abrechnung. Bei der effektiven Methode können Sie denselben Betrag gleichzeitig als Vorsteuer geltend machen – das ist liquiditätsneutral.
Wer mit dem Saldosteuersatz abrechnet, kann die Bezugssteuer nicht als Vorsteuer abziehen. Die 8,1 % werden zu echten Kosten. Budgetieren Sie diesen Aufschlag im ROAS.
Beziehen Sie im Kalenderjahr Dienstleistungen aus dem Ausland (Google, Meta, LinkedIn etc.) für mehr als CHF 10'000, müssen Sie sich unaufgefordert bei der ESTV melden. Auch ohne vollständige MWST-Pflicht zahlen Sie dann die Bezugssteuer auf diese Beträge.
Effektive Methode vs. Saldosteuersatz: Auswirkungen auf die Bezugssteuer
- Effektive Methode
- Bezugssteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden – liquiditätsneutral
- Saldosteuersatz
- Bezugssteuer ist volle Kosten – kein Vorsteuerabzug möglich
Zahlungsprofil und Zahlungseinstellungen – automatisch oder manuell anpassen
Bei Kontoerstellung mit «Nachträgliche Zahlung» oder «Vorauszahlung» richtet Google das Zahlungsprofil automatisch ein. Verfügbare Zahlungsmethoden hängen von Land und Kontowährung ab.
Es kann vorkommen, dass ein persönliches Zahlungsprofil mit dem Konto verknüpft ist. Sie können es später ändern – am besten vor Monatsende, da Google die Rechnung kurz danach erstellt. Gehen Sie dazu zu den Zahlungseinstellungen im Google Ads-Konto.
Kosten und Mindestbudget für die Praxis
Für aussagekräftige Tests sollten Schweizer KMU ein monatliches Werbebudget ab rund CHF 1'500 einplanen. Der Klickpreis variiert stark: in den meisten Branchen zwischen CHF 1 und 5, bei lokalen Dienstleistungen wie Handwerk zwischen CHF 3.50 und 8, in wettbewerbsintensiven Branchen (Recht, Treuhand, Immobilien) teils zwischen CHF 10 und 30.
Beispiel: Ein Sanitärbetrieb im Aargau mit 150 Klicks zu CHF 4 braucht CHF 600 Werbebudget. Eine Anwaltskanzlei in Zürich mit gleicher Klickzahl zu CHF 18 pro Klick kommt auf CHF 2'700. Planen Sie zusätzlich die Kosten für die Kampagnenbetreuung ein – diese fallen nicht in der Google-Rechnung an.
Häufige Fehler bei Abrechnung, MWST und Zahlungsprofil – und wie man sie vermeidet
Falsches Zahlungsprofil: Wurde ein persönliches statt eines geschäftlichen Profils angelegt, korrigieren Sie dies vor Monatsende in den Zahlungseinstellungen. Änderungen nach Rechnungserstellung sind aufwendiger.
Fehlende UID: Ohne hinterlegte UID im Werbekonto riskieren Sie Fehler bei der Deklaration der Bezugssteuer. Tragen Sie Ihre MWST-Nummer frühzeitig ein.
Saldosteuersatz-Falle: Wer mit dem Saldosteuersatz abrechnet, muss die Bezugssteuer von 8,1 % voll bezahlen, ohne Vorsteuerabzug. Das verteuert die Werbung effektiv. Prüfen Sie, ob die effektive Methode für Ihr Unternehmen günstiger ist.
Nachträgliche Korrekturen am Zahlungsprofil sollten spätestens vor Monatsende erfolgen, da Google die Abrechnung kurz danach automatisch erstellt.
Überschreiten Ihre Auslandsbezüge (Google, Meta, LinkedIn) CHF 10'000 pro Jahr, müssen Sie sich bei der ESTV melden und die Bezugssteuer abführen – auch wenn Sie nicht MWST-pflichtig sind.

