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Sponsored Content in der Schweiz platzieren: 6 Wege vom Verlag bis zum Marktplatz

Sechs Wege, Sponsored Content in der Schweiz zu platzieren: direkt beim Verlag, über Netzwerke, über einen Marktplatz oder mit einer Agentur. Mit Preisen in CHF, wo veröffentlicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt vier Routendirekt beim Verlag, über ein Netzwerk, über einen Marktplatz oder über eine Agentur.
  • Grosse Verlage produzieren Sponsored Content selbst und kennzeichnen ihn als bezahlten Inhalt.
  • Nur ein Teil der Anbieter veröffentlicht Preise. Ringier nennt Bruttopreise ab CHF 2'400, audienzz rechnet Native Ads pro Klick ab.
  • Die Wahl der Route hängt davon ab, ob Sie Reichweite, Glaubwürdigkeit oder Links suchen.

Welche Wege gibt es für Sponsored Content in der Schweiz?

Sponsored Content ist ein bezahlter Beitrag im Stil des Mediums, in dem er erscheint. In der Schweiz führen vier Routen dorthin. Sie buchen direkt beim Verlag, über ein Werbenetzwerk mit vielen Websites, über einen Marktplatz mit Selbstbedienung oder über eine Agentur, die Auswahl und Kontakt übernimmt. Jede Route hat andere Kosten und eine andere Kontrolle über den Text.

Der Markt ist in Bewegung. Laut Stiftung Werbestatistik Schweiz sanken die Netto-Werbeumsätze 2024 auf rund 4,1 Milliarden Franken, ein Minus von 2,2 Prozent, wie HORIZONT berichtet. Die Umsätze globaler Plattformen sind darin nicht enthalten. Fachleute schätzen sie auf 1,96 bis 2,4 Milliarden Franken.

Warum ist die Kennzeichnung so wichtig?

Leserinnen und Leser sind kritischer geworden. Laut der BFS-Erhebung zur Internetnutzung 2025 gaben 58 Prozent der Bevölkerung an, online auf Inhalte gestossen zu sein, die sie für falsch oder fragwürdig hielten. 2021 waren es 45 Prozent. Rund die Hälfte der Nutzenden prüft solche Inhalte nach. Klar gekennzeichnete Beiträge schützen deshalb auch die eigene Marke.

Bevor Sie eine Route wählen, lohnt ein sauberes Briefing mit Ziel, Zielgruppe, Sprachregion und Budget. Unsere Anleitung zum Agenturbriefing für Schweizer Agenturen listet die nötigen Angaben. Wer generell klären will, ob eine Agentur passt, findet die Schritte im Beitrag zur Agenturwahl für Schweizer KMU.

Route 1: direkt beim Verlag

1. NZZone (NZZ)

Bei NZZone, der Vermarktung der NZZ, entsteht Sponsored Content ausschliesslich bei NZZ Content Creation. Kundentexte laufen als Promoted Content mit eigenem Layout. Online werden Beiträge als "sponsored content", "promoted content" oder "sponsored topic" markiert und verlinken auf die Richtlinien. Für KMU gibt es zudem Partnerschaften auf kmuplus.ch.

2. Ringier Advertising Brand Studio

Ringier Advertising bietet Branded Stories an, die das Brand Studio nach Kundenbriefing journalistisch aufbereitet und als bezahlten Inhalt kennzeichnet. Die Produktion kostet CHF 3'300, jede Übersetzung CHF 900. Eine Story auf blick.ch auf Deutsch kostet für 24 Stunden brutto CHF 13'800. Auf PME sind es CHF 4'000 für einen Monat.

Route 2: über ein Netzwerk

3. audienzz

audienzz aus Zürich vermarktet mit Yaleo Native Anzeigen im redaktionellen Look auf laut Produktseite 150 aktiven Websites, auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Bezahlt wird pro Klick, Basispreise gibt es auf Anfrage. Targeting nach Themenkategorie kostet CHF 0.50 Aufschlag pro Klick. Sponsored und Promoted Content führt audienzz als eigene Produkte.

4. news aktuell Schweiz

news aktuell (Schweiz) AG verteilt Medienmitteilungen über den Dienst ots via Nachrichtenagenturen in Redaktionssysteme und veröffentlicht sie auf presseportal.ch. Zusätzlich platziert der Dienst Native Ads neben redaktionellen Inhalten auf Partnerwebsites. Mit ots Display Ads laufen Mitteilungen auf über 650 digitalen Bildschirmen. Preise stehen nicht auf der Startseite.

Route 3: über einen Marktplatz

5. Collaborator

Collaborator ist ein Marktplatz für bezahlte Artikel auf Websites und Telegram-Kanälen. Die Schweiz ist in der Länderliste aufgeführt, insgesamt nennt die Plattform 158 Länder und 53 Sprachen. Preise erscheinen pro Website in Euro. Gegen Löschung und fehlende Indexierung gilt eine kostenlose Garantie von 3 Monaten.

Route 4: über eine Agentur

6. AWISEE

AWISEE tritt als SEO-Agentur für Zürcher und internationale Firmen auf und bietet Linkaufbau, Digital PR und Guest Posting für die Schweiz an. Rechtlicher Träger ist laut Impressum die AWISECO AB in Motala, Schweden, das Team arbeitet vollständig remote. Eine Offerte folgt laut Website innert drei Arbeitstagen.

Was kosten die Routen laut Anbieter?

RouteAnbieterVeröffentlichte Preisangabe
VerlagNZZonekeine Preise auf der Angebotsseite
VerlagRingier AdvertisingProduktion CHF 3'300, Platzierung ab CHF 2'400 brutto
NetzwerkaudienzzAbrechnung pro Klick, Basispreis auf Anfrage
Netzwerknews aktuell Schweizkeine Preise auf der Startseite
MarktplatzCollaboratorPreis pro Website in Euro im Katalog
AgenturAWISEEOfferte auf Anfrage

Die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich offen die Anbieter mit Preisen umgehen. Bei Verlagen kommen Produktion und Platzierung zusammen, bei Ringier zusätzlich eine Beratungskommission von 5 Prozent. Netzwerke rechnen nach Leistung ab. Bei Agenturen bestimmt der Umfang der Kampagne den Preis. Holen Sie für einen fairen Vergleich immer mindestens zwei Offerten mit gleichem Briefing ein.

Welche Route passt zu welchem Ziel?

Wer Glaubwürdigkeit und eine klar definierte Leserschaft sucht, bucht direkt beim Verlag. Das ist teurer, dafür schreibt eine Redaktion, die das Medium kennt. Wer viele Kontakte mit kleinem Budget will, testet ein Netzwerk mit Abrechnung pro Klick. Marktplätze eignen sich für einzelne Beiträge mit Link, Agenturen für längere Kampagnen.

Bei Marktplätzen und Agenturen geht es oft um Links für die Suchmaschine. Dann sollte die eigene Website vorbereitet sein. Unser Leitfaden zur SEO für Schweizer KMU in sechs Schritten zeigt die Reihenfolge. Für die Themenwahl hilft die Keyword-Recherche für Schweizer Suchanfragen, damit der Beitrag zu dem passt, was Ihre Kundschaft sucht.

Wie messen Sie den Erfolg?

Legen Sie vor dem Start fest, was zählt: Besuche über den Beitrag, Anfragen oder neue Kontakte. Bei Verlagen erhalten Sie meist Angaben zu Teaser-Impressionen, wie sie Ringier in der Preisliste ausweist. Vergleichen Sie diese Werte mit den Daten Ihrer eigenen Website. Welche Kennzahlen für Reichweite und Interaktion aussagekräftig sind, erklärt unser Beitrag dazu.

Wer Klicks aus Native Ads auswerten will, braucht oft Tracking-Cookies auf der eigenen Seite. Was das Schweizer DSG dazu verlangt, steht in unserem Beitrag zu Werbe-Cookies und Einwilligung. Arbeiten Sie mit einer Agentur, halten Sie im Vertrag fest, welche Berichte wann geliefert werden. Die passenden Klauseln im Agenturvertrag sollten Sie vor der Unterschrift prüfen.

Nach einigen Wochen lohnt ein ehrlicher Vergleich der Routen. Hat der teure Verlagsbeitrag mehr Anfragen gebracht als drei Marktplatz-Beiträge? Halten Sie Kosten und Ergebnisse in einer Tabelle fest, und entscheiden Sie erst dann über das nächste Budget. So wird aus einem Versuch eine planbare Massnahme.

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